Rollende Raeder in Afrika

07.03.2008

Mit rauchenden Reifen rollen unsere Raeder rasch aus dem ratternden Fruehverkehr von Agadir.
Bald haben wir die ersten Orte in laendlichen Gebieten erreicht. Sanft schmiegen sich die in pastellrosa gehaltenen Haeuser in die nur mit verstreuten Kakteen karge Wuestenlandschaft.

In langgezogenen Steigungen geht es nun allmaehlich stetig bergauf, wir steuern ostwaerts in den Anti Atlas. Immer oefter unterbricht das Gruen von Baeumen und Straeuchern die felsig sandige Wueste. Ziemlich erschoepft erreichen wir abends Ait Baha und quartieren uns im einzigen Hotel ein.

Am naechsten Tag geht es dann so richtig los! Die Strasse windet sich in steilen Kehren auf und ab, aber mit jeder Kehre wird die Aussicht auf Taeler mit bluehenden Mandelbaeumen, Arganien und Blumen in verschiedenen Gelbtoenen strahlend herrlicher.
Maechtige Wohnburgen (Kasbahs) tauchen auf, steile Berghaenge mit Terrassenfeldern, kleine Lehmhaeuser kleben wie Adlerhorste an Felshaengen, hin und wieder ein winziger Laden, in dem wir Limonade und Kekse kaufen koennen.
Wir keuchen uns meterweise strampelnd und schiebend ueber etliche Paesse, bis wir endlich den hoechsten von ihnen, den Tizi Mlil, auf 1700m erreicht haben. Inzwischen schmerzt jeder Schritt.
Die Sonne verzaubert bereits mit ihren letzten Strahlen die Berggipfel ringsum und wirft lange Schatten ins Tal hinunter nach Tafraoute, das wir in vergnueglich rasender Abfahrt erreichen.

Hier verweilen wir zwei Tage, wandern zu einer kleinen, idyllisch in Felsbrocken eingegliederten Siedlung und unternehmen eine Tour zu den bizarren Felsformationen dieser Gegend. Einige leuchten schon von Weitem sichtbar in blau und rosa, ein Kuenstler hat sich hier ausgetobt, ueber Geschmack laesst sich streiten, aber eine witzige Idee ist es auf jeden Fall, zumal hier ja kein Mangel an Material besteht.
Wir durchstreifen Schluchten und fruchtbare, mit Palmen dichtbewachsene Oasen, begegnen festlich geschmueckten Frauen, die stolz ihren Berberschmuck praesentieren, denn heute ist der Besuch des Governeurs angesagt!

Die naechsten beiden Tage bedeuten fuer uns wieder hartes Treten, zum Teil mit heftigem Gegenwind, ein zermuerbendes Auf und Ab - wildromantische Ausblicke, aber kaum ein Vorwaertskommen.
Nach einer Uebernachtung und Besichtigung der verschlafenen Altstadt von Tiznit erreichen wir dann endlich die Atlantikkueste und quartieren uns in dem entzueckenden Oertchen Mirleft ein.
Unser Zimmerchen ist mit vielen Bildern kuenstlerisch gestaltet, die Innenterrassen des kleinen Hotels mit bequemen Liegemoebel und unzaehligen Gruenpflanzen ausgestattet. Am Abend werden uns bei romantischer Kerzenbeleuchtung koestliche Tajine-Gerichte und sogar Bier und Rotwein serviert.
Der ganze Ort scheint ein einziger Kuenstler- und Romantikertreff zu sein, hier wuerden wir gerne laenger verweilen, aber die Zeit draengt.

Bis Sidi Ifni, ein eigenwilliges, aus der spanischen Kolonialzeit stammendes Staedtchen, drehen sich unsere Raeder im unablaessigen Rauf ud Runter, immer entlang der verlockenden Kueste, deren hereinbrechende Wellen seltsame Melodien verstroemen...
Hier stehen die letzten Wohnmobilburgen, nun faengt der weitaus groessere Teil Marokkos an, der eher selten von Touristen besucht wird, hier beginnt die Wueste.

Um Zeit zu sparen leisten wir uns den Luxus einer Taxifahrt und landen in dem Fischerdoerfchen Tarfaya. Wir finden Unterkunft in einem Privathaus und sind erstaunt ueber die verschwenderische Innenausstattung, wirken doch die Haeuserzeilen aussen wie versandete Ruinen!
Zeichne mir ein Schaf...! Am Strand erinnert das Modell eines Doppeldeckerflugzeuges an Saint Exupery, hier fand er seine Inspiration zum Kleinen Prinzen.
Nachdenklich schweifen usere Blicke in die Ferne, nur wenige Seemeilen entfernt befindet sich die von Hotelketten gepraegte Insel Fuerte Ventura, doch wir fuehlen uns hier in diesem vom Wuestensand umwehten Fischerdoerfchen wesentlich wohler und heimeliger.

Zeitig am Morgen brechen wir zu unserer ersten Wuestenetappe auf, ueber 100 km sind zu bewaeltigen. Der anfaengliche Gegenwind blaest gottlob bald in unsere Ruecken und treibt uns zu einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20kmh.
Sand, Steine und Dornengestruepp sind unsere Begleiter, vereinzelt kreuzen Ziegen- und Kamelherden unsere in die Endlosigkeit verlaufende Route.
Wir haengen unseren Gedanken nach, muessen nur darauf achten, dass uns entgegenkommende LKWs durch ihren Sog nicht von der Strasse fegen. Freundliches Winken, Hupen, Blinken und anerkennende Gesten muntern uns auf, bald wird uns die sengende Sonne ziemlich zur Last.

Laengst haben wir in Tah das Tor zur Westsahara durchschritten und bewegen uns nun in einem Gebiet, das vor kurzem noch heftig umkaempft war. Checkpoints sind daher keine Seltenheit, meistens werden wir aber freundlich durchgewunken.
Am Nachmittag erreichen wir den Kontrollposten kurz vor Laayoune. Hier muessen wir anhalten, unsere Paesse zeigen, jedes Detail wird sorgfaeltig aufgeschrieben, inzwischen plaudern die anderen Polizisten interessiert mit uns, sogar Tee wird uns angeboten.

Laayoune ist gepraegt von Superhotels und stationierten UNO Soldaten, uns zieht es aber in den Einheimischen-Teil, wo wir bald in einem sauberen Hotel unsere mueden Glieder ausstrecken.
Usere treuen Weggefaehrten wachen direkt vor unserem Fenster im Innenhof. Dankbar betrachten wir die beiden, haben sie uns doch bis jetzt keine Sekunde im Stich gelassen...

 

Wuestenwellen

21.03.2008

Wenn man vor dem sich mehrere 100 km durch die Wüste ratternden Förderband steht, begreift man, worum es bei dem Streit um die Westsahara geht: riesige Phosphatmengen werden in den Hafen von El Masra befördert. Sowohl Marokko als auch Mauretanien beanspruchen dieses Gebiet, allein die Saharauis wollen unabhängig sein.

Wir treiben uns in dem von Marktleuten und Wunderheilern wimmelnden Hafenviertel herum, bevor wir mit viel Schwung zu den nächsten Radetappen aufbrechen.
Der Wind ist uns günstig gesonnen, wir erreichen Durchschnittsgeschwindigkeiten über 25kmh, durch einsam flache Wüstenabschnitte, hin und wieder Kamelherden, einzelne Hütten.
Unterwegs beziehen wir in einer der raren Tankstellen kostenlos Lager in einem mit Teppichen und Matratzen ausgelegtem Hinterzimmer, werden mit köstlich zubereitetem Kamelfleisch versorgt, während der Wind draußen tobt.

Schon von weitem erblicken wir den Leuchtturm von Boujdour, ein einst von Seefahrern gefürchteter Ort, lässt doch der Anblick des wild aufschäumenden Atlantiks berechtigterweise an Seemonster glauben.
Die Strecke bis Dakhla legen wir im Bus zurück. Leere Geisterstädte ziehen an uns vorüber, gedacht für die Rückkehr saharauhischer Flüchtlinge.
Schließlich durchqueren wir canyonartige Felseinschnitte und gelangen über die von weißsandigen Stränden begleitete Nehrung zur pompösen Stadteinfahrt.
Wir streifen durch den von orientalischen Gewürzen duftenden Markt und die Altstadt, eine Augenweide die buntseidig im Wind flatternden Tücher der Frauen.
Wie sehr der Wind nicht nur die Leute hier prägt, sondern auch ein für uns entscheidender Faktor ist, erweist sich in den nächsten Tagen.

Bei günstigem Rückenwind sausen wir dahin, passieren den Wendekreis des Krebses und bewältigen spielend nahezu 100km. Wir hätten noch Ressourcen, doch eine einsame Tankstelle mit Schlafraum ist die letzte vor einer Etappe von 160km. Im Laufe des Abends versammeln sich hier Einheimische, Polizisten und Geri vor dem SatellitenTV, schwelgen gemeinsam, spielen quasi mit: Inter Mailand gegen Liverpool !!

Saukalt ist es noch, als wir frühmorgens losdüsen, allmählich erleuchtet die Sonne mit ihren ersten Strahlen den in weiß, gelb, rötlichen Farbschattierungen verlaufenden Dünensand und schickt violette Schatten zu den am Horizont erscheinenden Traumstränden, zum Baden leider zu weit entfernt, das Wasser zu stürmisch und kalt.
Bald spüren wir die Tücken jeder Linkskurve. Wind und Sand fegen seitwärts über die Straße, wir kommen nur zäh voran, zeitweise kriechen wir fast den starken Windböen entgegen. Die Temperatur ist merklich gestiegen, unsere Kehlen ständig rau, die Straße nicht mehr bretteben, sondern leicht auf und ab, wir schwitzen bald aus allen Poren!
Wir haben uns zwar mit entsprechendem Proviant, bestehend aus Wasser, Brot, Bohnen, Datteln, Snickers, ausgestattet und sind für eine Übernachtung in der Wüste vorbereitet, aber die Minenwarnschilder am Straßenrand wirken wenig einladend.
Nach knapp 100km hocken wir ratschlagend neben unseren Rädern und winken zögernd. Minuten später hält ein Campingbus mit Gaby und Ralf an Bord - welch ein Glück für uns!

Die langweilige, zweistündige Prozedur an der Grenze, hier noch einige kühle Häuschen, drüben nur mehr eine heiße Holzbaracke, die penetrante Bettelei nach Geschenken, vor allem nach Alkohol, wird zu viert leichter bewältigt. Dazwischen 5km skurriles Niemandsland, kreuz und quer verlaufende aufgewühlte Sandspuren, in denen wir einmal sogar stecken bleiben, bestückt mit zahllosen Autowracks, angeblich von Minen, herumlungernde Geldwechsler.
Bei Dunkelheit erreichen wir die erste Stadt in Mauretanien, Nouahdhibou, biegen mitten im Gewühl in einen sauberen, freundlich angelegten Campingplatz ein und spülen Schweiß und Staub mit Wasser und Bier hinunter.

Eine völlig andere Welt erwartet uns hier: andere Gerüche, Farben und Geräusche, das Straßenbild ein kunstvolles Flickwerk von allem. Stolz tragen die Männer ihre weißen oder hellblauen wallenden Umhänge.

Unsere Räder werden in der Dachkammer versperrt und wir bunkern Vorrat für einige Tage in der Wüste.
Zum Fischmarkt gelangen wir nur nach mehrmaliger Versicherung dort nicht zu fotografieren, schaukeln hier doch unzählige verrostete Schiffsleichen herum.
Sonst aber emsiges Ein- und Ausladen von Waren, etliche Fischhaufen aufgeschlichtet am Kai.

Nicht leicht ist es, den richtigen Einstieg vom Asphalt in die Hauptpiste zu finden, etliche Spuren, zum Teil ins Nichts verlaufend, aber noch sind wir in Bahnnähe.
Und da dröhnt er auch schon heran - die Erde scheint zu beben - der längste und schwerste Zug der Welt, 2,5km ! Bis zu 4 Loks und über 200 Waggons transportieren Eisenerz zum Hafen.
Unser GPS hilft uns auf Kurs zu bleiben, wir brettern dahin, kleine Siedlungen und Kamelherden tauchen immer wieder auf, flache Leere wechselt mit kleinen Sanddünen, strohige Büschel, vereinzelt Bäumchen und - ausgebleichte Knochenreste...
Gegen Abend suchen wir uns ein idyllisches Plätzchen, genießen Oliven, Nüsse, lecker zubereitete Fische, Bier, Rotwein und....Whisky!
Riesige, schwarz-weiß gezeichnete Käfer wieseln flink um einige Essensreste. Eine Kamelherde gleitet fast lautlos an uns vorüber, dann breitet sich wieder die unendliche Stille der Wüste aus...
Unser Nachtlager wird vom trauten Schein des Mondes überflutet, der halbscheibig in Begleitung einiger Sterne am Himmelszelt hängt.

Winzige Vögel und summende Bienen umschwirren morgens die wenigen Bäumchen, auf der Weiterfahrt erleben wir blitzschnell in ihre Löcher flitzende Dornschwanzechsen, ein einsamer Esel trottet im Gelände und - da sitzt er auf einmal und reckt neugierig seine langen Ohren - der Wüstenfuchs !
Er hat unsere Bahn gekreuzt und ist genauso überrascht wie wir. Ein kurzer Moment, gegenseitiges Bestaunen, dann ist er weg...
Beglückt setzen wir unsere Fahrt fort.
Das Landschaftsbild wechselt erneut, immer öfter weichen wir hohen Sanddünen in weiten Bögen aus, schließlich lassen wir Luft aus den Rädern, um die Sandhügel zu bewältigen. Murrend wälzt sich die Maschine durch den weichen, oft tiefgespurten Untergrund. Heiß bläst uns der Wüstenwind ins Gesicht, die Temperaturen klettern über 40 Grad !

Schon von weitem erkennen wir den Ben Amira, den nach Ayers Rock zweitgrößten, aber mit 450m höchsten Monolith. Mächtig ragen die zwei glatten, schwarzrunden Felsformen aus der dornigen Ebene, mächtig setzen nun auch die Windböen ein, treiben uns zum Einschlafen den Sand in Augen, Ohren, Nase, mächtig schwarze Vögel kreisen morgens um unser Lager.
Ein alter Mann taucht plötzlich auf, ob wir seinen Esel gesehen hätten?
Nach einem kurzen Aufenthalt in einer nahen Siedlung, wo wir zu rituellem Tee eingeladen werden, kämpfen wir uns wieder durch Dünen bis Choum, dann geht die Piste allmählich in festgepressten Untergrund über.
Ralf hat jede kritische Situation brilliant gemeistert, wir sind nicht ein einziges Mal steckengeblieben!
Bald breitet sich ein ockerfarbenes liebliches Tal vor uns aus, das von einer steilen langgezogenen Bergwand begleitet wird, wie mit einem Lineal oben abgeschnittene Flächen.

In dem kleinen Städtchen Atar rasten wir uns in einem hübschen Bungalow erstmal aus. Waehrend Ralf den Bus wartet, der bei einem 4 m Sprung ueber eine Bodenwelle etwas gelitten hat, besuchen wir eine dicht mit Palmen bewachsene Oase mit kuehlem Badeteich.

Mit einem Mietauto gelangen wir ueber die in schroffe Bergwelt gewundene atemberaubende alte Passstrasse nach Quadane. Die untergehende Sonne taucht die Winkel und Gassen der verlassenen Altstadt in intensives Braunrot.
Einzigartig ist der Rueckweg ueber Chinguetti durch die sich bilderbuchartig ausbreitende Sandwueste. Hier gibt es keine Spuren mehr, wir zeichnen unsere eigenen, doch der Wind wird auch diese bald wieder verweht haben.
Chinguetti ist die siebent heiligste islamische Stadt, uralte Schriften sind hier in Familienbibliotheken verwahrt, einige der Oeffentlichkeit zugaenglich.

Auf gut praeparierter Piste gluehen wir nun in unser kurzfristiges Zuhause.

 

Ausrollen in Dakar

06.04.2008

Von Atar gelangen wir ueber die Hauptstadt Nouakchott, wo wir uns von unseren Freunden Gaby und Ralf verabschieden, mit einem Taxi brousse nach Nouadhibou, zurueck zu unseren Raedern.
Taxi brousse, das bedeutet 8 Stunden Fahrt in einer loechrigen Klapperkiste, 15 Leute eingequetscht wie Oelsardinen.

Viel mehr als Brot und eine Sardinenbuechse in einem der wenigen als Auberge oder Restaurant deklarierten Zelte, bekommen wir uebrigens, auf dem Weg retour mit den Raedern, auch nicht. Der Wunsch nach Gabeln ruft allerdings einiges Schmunzeln hervor, sie werden aber nach einigem Suchen aufgetrieben. Umso erstaunenswerter die oft riesigen Solaranlagen, fast jeder Kameltreiber besitzt eine solche vor seinem Zelt.

Models der Sahara - von allen Seiten wuerde man sie am liebsten fotografieren, stundenlang bestaunen, winzige Koernchen, Spiel der Winde, begleiten sie uns ewig wandelbar in faszinierender Landschaft.
Der feine Muschelsand knirscht unter unseren Raedern, als wir Nouakchott erreichen, eine sandige Wuestenstadt, aber welch Hoellenverkehr!
Zum einen werden wir mit Klatschen und Hupen begeistert begruesst, zum anderen draengen uns einige Unbeherrschte gnadenlos vom Asphalt in den Sandstreifen, wo wir natuerlich kaum Halt finden. Wir laecheln und fluchen, je nachdem.

2OO km sind es bis zum Grenzort Rosso, wir erleben sie auf unterschiedliche Weise. Kilometerlang ziehen sich die Muellhalden nach der Hauptstadt, Ziegen und Esel, die nach Futter wuehlen, Kamelherden, trostlose Gegend und trostlose Wellblechsiedlungen. Kaum machen wir Pause, stuerzt sich eine Armada zum Teil aufdringlich bettelnder Kinder auf uns, die Frauen hinterdrein, oft hilft nur Bruellen und Flucht.
Dann aber wird die Landschaft lieblicher, zart rosa Duenen, gruene Straeucher und Baeume, anmutige Doerfer, freundlich "Monsieur, Madame, ca va?" rufende Kinder, viele wollen natuerlich auch ein cadeau (Geschenk), aber mit groesserer Zurueckhaltung.
Und dann kommt auf einmal maechtiger Wind auf, der den Sand ueber die auf- und abschlaengelnde rissige Strasse peitscht. Im Nu fuellen sich die grossen Schlagloecher und werden fuer uns zur Gefahr. Bald schon koennen wir nur mehr wenige Meter voraussehen, entgegenkommende Fahrzeuge nebeln uns zusaetzlich mit heissem Sand ein, sodass wir fuer einige Augenblicke im Blindflug radeln.
Wie weichgezeichnet nehmen sich Huetten, Zelte und Menschen in der sandgeschwaengerten Umgebung aus. Der Stuerm tobt bald so heftig, dass wir Muehe haben unsere Raeder auf der Strasse zu halten.
Erschoepft und sandverkrustet erreichen wir das Hotel in Rosso, wo wir die eingesammelten Duenen im Badewasser verteilen.

Der Grenzuebergang in den Senegal gehoert zu den beruechtigsten in Westafrika. Wir beugen vor und lassen uns von einem Hotelboy begleiten. Er geleitet uns sicher durch den Dschungel an bedraengenden Schleppern, falschen Polizisten und verwinkelten Gassen zur richtigen Stelle fuer den Ausreisestempel. Mit den Grenzpolizisten muessen wir allerdings selber fertig werden, denn sie stellen unter allen moeglichen Vorwaenden horrende Geldforderungen. Wir bewahren Ruhe und bleiben hart - sie bekommen nichts!
Wir verabschieden uns von unserem hilfreichen Scout und ueberqueren mit einer Faehre den Senegalfluss. Parkgebuehr fuer die Raeder, Ortstaxe...der Erfindungsreichtum auch auf der senegalesischen Seite ist unerschoepflich.
Insgesamte Forderungen 2OO Euro, wir aber haben ausschliesslich 55Cent fuer die Faehre bezahlt!
Verdutzt blickt uns der Polizist an, als wir seinetwegen, ob seiner Echtheit, fast miteinander in Streit geraten, aber es ist der richtige, wir erhalten den Einreisestempel und schleppen uns bei gluehender Mittagshitze nach Richard Toll in ein Luxushotel mit Pool, direkt am Senegalfluss - ein Traum!
Aber der Sandsturm hat Spuren hinterlassen, das Land ist aufgeheizt und unser Kreislauf erholt sich nur allmaehlich.

St.Louis ist ein beschwingtes Staedtchen, blumengeschmueckte renovierte und renovierunsbeduerftige Kolonialbauten, Galerien, Bars, Cafes, daneben aber auch Wellblechhuetten und Bretterbuden, vor allem im Fischerviertel.
Sanft wiegen uns Gesaenge und Trommelmusik in den Schlaf...
In Dakar muessen wir eine schwerwiegende Entscheidung treffen: Belassen wir es mit unserer "Radralley" durch die Westsahara oder nehmen wir die zunehmende Hitze in Kauf?
Schweren Herzens lassen wir unsere Raeder verpacken und schicken sie mit Air France auf die Reise heimwaerts...
In weiterer Folge war es die richtige Entscheidung, denn Mali empfaengt uns mit Durchschnittstemperaturen von 46 Grad!

 

Sylvis Rollender Sonderbericht

06.04.2008

Nicht einmal in meinen kuehnsten, von Malariafiebertraeumen geschuettelten Phantasien konnte ich mir vorstellen, jemals ein Rad wie dieses zu besitzen!
Der Traum wurde wahr, Heinz bot mir anlaesslich seiner Geschaeftseroeffung eines zum Testen an, "fuer ein paar Reiseberichte" - ich konnts gar nicht fassen!

Selbst noch wackelig auf den Beinen, stand es bald, vom Meister hoechstpersoenlich eingestellt, stramm und sicher vor meiner Wohnungstuer:
Ein Raleigh Magellan 8OOR, mit einer Rohloff-Schaltung - was das bedeutet, kann nur jener ahnen, der sich wie ich mit zeitgerechtem Vordenken und Schalten schon oft genug abgemueht hat. "Du brauchst beim Griff nur rauf- und runterdrehen, funktioniert auch im Stand" - fantastisch, so einfach!!
Aber das ist noch nicht alles, aufgemotzt wurde es auch noch, extra fuer die grosse Wuestentour, und zwei Ortliebtaschen fuer schweres Gepaeck haengen zu beiden Seiten.

Wenn ich das Rauf und Runter in den Bergen anfangs auch nur so einfach gemeistert haette! Nahe war ich manchmal dran, das Rad zurueckzuschicken "Ich bin seiner nicht wuerdig...", aber nun hat sich meine Kondition und Ausdauer verbessert und ich glaub das Rad ist recht zufrieden mit mir, jedenfalls sausen wir beide durch die Wueste und
geniessen unsere Abenteuer, das Vertrauen waechst mit jedem Kilometer..., auch wenn wir ueber ripplige, loechrige Wellblechstrassen huepfen.

Was Geri bald besonders fuchst - mein Rad ist schneller als seins, und auf den ersten 5O Kilometern habe ich oft die Nase vorn, in weiterer Folge allerdings verlangsamt sich mein Tempo, boshafterweise koennte man sagen, damit er nachkommt, aber ich bin ehrlich - mir geht die Puste aus!

Nach ueber 1OOO Kilometer werden wir noch zusaetzlich auf eine harte Probe gestellt! Wir geraten in einen Sandsturm, und auch dabei bewaehrt sich mein Rad grossartig: ein bisschen putzen und oelen, schon ist es wieder einsatzfaehig - ich huste den Sand noch tagelang aus meiner Lunge...
Dass mein Rad allseits bestauntes und begehrtes Objekt ist, versteht sich von selbst. Waehrend Geri an der beruechtigten senegalesischen Grenze im dunklen Hinterzimmer mit Polizisten beschaeftigt ist, bewache ich unsere Raeder und hab dabei alle Haende voll zu tun. Nein, ich geb meins nicht mehr her - nur ueber meine Leiche!

 

 

Trommeln, Magie und Voodoo

01.05.2008

Dass wir gerade zur heissesten Zeit die Sahelzone durchstreifen, hat sich aus verschiedenen Umstaenden ergeben, aber vielleicht ist es gerade die beste Moeglichkeit Land und Leute am intensivsten zu erleben und es gibt einen riesigen Vorteil - kaum Moskitos!

Zugegeben, es schmerzt noch, als wir am 4.April fruehmorgens ohne Raeder von Dakar aufbrechen, aber nicht lange!
Zunaechst zuckeln wir zwei Stunden im Stau, und die Strasse quer durchs Innere des Senegal gleicht zunehmend einem loechrigen Emmentaler. Unser Taxifahrer folgt erst noch gekonnt einem Zick Zack - Kurs, weicht aber bald auf Sandpisten aus, was uns in den Genuss bringt, die von Laubbaeumchen und hohem semmelblondem Gras umgebenen winzigen, in sich geschlossenen Lehm- und Strohgehoefte aus der Naehe zu betrachten.
In der Ferne hoeren wir die Lastwagen dahinkriechen und in die Loecher donnern, alle paar 100 Meter liegt einer mit gebrochener Achse am Strassenrand.
Bei Dunkelheit erreichen wit Tambacounda, in den Strassen und im Hotel auch alles finster - ueblicher Stromausfall! Traulich flackernder Kerzenschein und warmes Petroleumlicht erleuchten noch einige Verkaufsbuden, viele haben sich davor schon zur Ruhe gelegt.

Die Einreise nach Mali gestaltet sich zunaechst etwas schwierig, denn ein Gendarmerieposten ist in dem kleinen Grenzdorf nirgends zu finden. Einer im Dorf fuehrt uns schliesslich etwas ausserhalb in einen schattigen Garten. Hier froent das diensthabende Organ der Siesta. Seufzend erhebt sich einer von seiner Pritsche, um uns den Einreisestempel in den Pass zu pfeffern. Das kostet aber eine Kleinigkeit, das sehen wir ein, schliesslich rinnt ihm nun genauso der Schweiss uebers Gesicht wie uns.
Die anschliessende Fahrt im vollgepferchten Taxi brousse nach Kayes - im Reisefuehrer als heissester Ort angefuehrt - bringt uns an den Rand eines Hitzekollers!

Viele Schatten spendende Baeume verleihen der pulsierenden und verhaeltnismaessig sauberen Hauptstadt Bamako, am Nigerstrom gelegen, afrikanischen Charme. In einem der kleinen rotsandigen Gaesschen lebt Drissa Kone, ein in Europa bekannter Trommelkuenstler. Einen Vormittag lang kommen wir in den Genuss seines Unterrichts, bis unsere Haende von "Bass" und "Opens" ermueden.

Gott sei dank geraten wir nicht in die jaehrlich stattfindende Schlammschlacht in Djenne, die dazu dient, der weltberuehmten Moschee neuen Verputz angedeihen zu lassen. Allein, der Weg in das entzueckende, in mittelalterlicher Lehmbauweise errichtete Staedtchen gestaltete sich als Materialschlacht - die ausgebeulte, nur mehr aus Grundbestandteilen zusammengehaltene Blechschuessel muss unterwegs mehrmals repariert werden und wir uebersetzen gerade noch mit der letzten Faehre den Bani.
Mit einem Pfedewagen traben wir in ein nahes Dorf und erhalten Einblick in familiaere und gesellschaftliche Traditionen.

Nach Mopti, einer quirrligen Hafenstadt, in der Niger und Bani zusammenfliessen, wird die karge Landschaft zunehmend abwechslungsreicher: Huegeln, ausgetrocknete Flussbetten und Felsplateaus, die uns zur Falaise, ein steiler, 300m hoher, 140km langgezogener Felsabbruch, leiten -
wir sind im Land der Dogon!
Wie Nester kleben die mit rundlichen strohgedeckten Speichern versehenen Lehmdoerfer in den Felsen, durch schmale Pfade miteinander verbunden. Weit oben in der Felswand Hoehlen, zu denen man nur mit Hilfe von Seilen hinauflangt, einst Behausungen der Telem, einem Pygmaeenvolk, nun mehr als Grabstaetten und Aufbewahrungsort fuer Kultgegenstaende benuetzt.
Die raetselhaften astronomischen Kenntnisse und ihr hochentwickeltes mystisches Weltbild haben den Dogon weltweit Aufmerksamkeit beschert.
Trotzdem haben sie ihr einfaches, von traditionellen Riten gepraegtes Leben bewahrt, zentrale Bedeutung hat die Harmonie der kosmischen Kraefte und die Ahnenverehrung, Prophezeihungen werden mit Hilfe des Wuestenfuchses durchgefuehrt.

Rechtzeitig zu Geris Geburtstag brechen wir, zusammen mit Valerie, einer Kanadierin, und Guide Mamadou zu einer viertaegigen Wanderung von Dorf zu Dorf auf. Fruehmorgens und am spaeten Nachmittag ziehen wir vorbei an den als heilig geltenden bulligen Baobas, erleben Tanzzeremonien und beobachten Maenner in der "casa palabra",ein von niedrigen Steinsaeulen getragenes Dach. Hier werden Zwistigkeiten ausdiskutiert. Wer im Zorn aufspringt, schlaegt sich nicht nur den Kopf an, er muss auch der Gemeinschaft ein Tier opfern. Nachahmenswert!
Der moerderischen Mittagshitze entgehen wir nur auf luftigen Dachterassen, wo wir auch auf Matten naechtigen. Noch bis in die fruehen Morgenstunden legt sich drueckender Dunst ueber uns, und wird von kuehleren Windlueftchen, vermischt mit brandigem Geruch, abgeloest. Kostbar ist jeder Tropfen Wasser, muss es doch von den Frauen jeden Morgen aus dem Brunnen in der Ebene geholt werden. Scheinbar muehelos balancieren sie riesige Bottiche und Kuebeln auf den Koepfen den steilen Hang empor.

Ueber sandige Pisten gelangen wir mit einem Taxi brousse - 3 Stunden Fahrt fuer 90km, Sitzplatz auf einem ueber den Motorblock gelegten Holzbrett, Kampf um jeden Zentimeter Auflage fuer den Allerwertesten, dankbar fuer jede der zahlreichen Reifenpannen, da Streckung der verkruemmten Glieder moeglich - nach Burkina Faso, und in weiterer Folge in die Hauptstadt Ouagadougou.

Freitag, 8 Uhr Frueh:
Die Staatsoberhaeupter aller Nationen treten an der Hinterseite eines Amtsgebaeudes aus einer kleinen Tuer und empfangen ihre Repraesentanten, die in einem kurzen Gespraech fuer Friedensverhandlungen statt des geplanten Krieges ueberzeugen...Utopie?
...so gesehen bei der Audienz des Kaisers der Mossi, ein noch immer einflussreicher Mann! Das seit Jahrhunderten, woechentlich stattfindende Schauspiel der Mossi moege vielleicht einige der Kriegsluesternen zum Nachdenken anregen!

Wuestensand, Dornengestruepp, Buesche, vereinzelt Baeume waren bis jetzt unsere Wegbegleiter, nun wird die Landschaft allmaehlich ueppiger. Huegelketten, kleine Seen und Fluesse, Palmen begruessen uns im Benin.
Rundhuetten wechseln immer haeufiger mit kleinen eckigen Lehmhaeuschen.

Mit Motorraedern brausen wir in das Gebiet der Sombas, die bis heute individuelle Unabhaengigkeit bewahrt haben, noch immer mit Pfeil und Bogen jagen und erst seit 30 Jahren Kleidung akzeptieren.
Ein entzueckender Anblick die vielen Trutzburgen! Wir duerfen einige besichtigen und fuehlen uns im Nu in eine andere Zeit versetzt. Ueber Baumstammleitern gelangt man im Inneren vom Kuechenraum mit Feuerstelle zu den Dachterassen und Schlafkojen.
Unterwegs machen wir es wie alle hier, legen uns unter einen riesigen Schatten spendenden Mangobaum und schlagen uns die Baeuche mit den koestlichen Fruechten voll.
Heute finden "Gemeinderatswahlen" statt, wir fotografieren, natuerlich nach Einholen der Erlaubnis, eine der kleinen Versammlungen. Einem ist das nicht so ganz recht, die Menge beruhigt ihn. Schmollend murmelt er etwas von einem "Bonbon", einige glucksen. Da zieht Sylvi tatsaechlich ein Zitronendrop aus der Tasche und ueberreicht es ihm feierlich. Nun bruellt alles vor Lachen und - waehlt hoffentlich den Richtigen!

Es zieht uns weiter suedlich, Richtung Atlantik, Zentrum des Voodoo, verunglimpft durch Hollywood, offizielle Religion im Benin, allerorts mit grosser Selbstverstaendlichkeit praktiziert.
In Abomey werden wir in das Haus eines Fetischpriesters eingeladen. Er erklaert uns einige der unzaehligen Fetische, meist Holz- oder Steinfiguren und andere Gebilde, ueber die der Fetischeur Kontakt zu den Geistern aufnimmt, um Gesundheit, Glueck und Reichtum fuer den Kunden zu erwirken.
Die fuer die Zeremonie erforderlichen Opfergaben sind am Fetischmarkt erhaeltlich und werden dort auf Rezept, quasi wie Pillen in der Apotheke, eingekauft. Wir begeben uns natuerlich auch dorthin, aber Geri wendet sich schon bald mit Grauen... alle erdenklichen praeparierten Tierkoepfe und Kadaver, dazwischen Amulette, Besen, Rasseln... Wir verzichten gnaedig darauf, naeher auf die sich dahinziehenden Gerueche einzugehen!
Wuerdevoll schreitet eine vor sich hinmurmelnde Priesterin durch den Markt, hinter ihr eilend eine Kundin, vollbepackt mit "leckeren" Ingredienzien.

Interessant der anschliessende Rundgang durch die verfallenen Palaeste und Tempel der einst maechtigen Dahomey Koenige. Fast sind wir froh, dass das Museum wegen Streiks geschlossen ist, denn es ist unertraeglich schwuel. Allerdings haette der Anblick eines auf Schaedelknochen errichteten Throns den Tag noch abgerundet...
In der Nacht prasselt dann das erste Tropengewitter auf uns hernieder!

23. April:
Vor zwei Monaten sind wir aufgebrochen!
Nun haben wir Grand Popo ( die woertliche Uebersetzung bleibt jedem selbst ueberlassen) an der Kueste erreicht! Zwei Traumtage in einem Bungalow am Sandstrand sind angesagt.
In Ouida vollziehen wir einen der bewegensten Maersche der Vergangenheit nach; Die Route der Sklaven bis zum Tor ohne Wiederkehr!

Wieder ueberschreiten wir eine Grenze - nach Togo. Nach kurzem Verschnaufen am idyllischen Lac Togo und einer Pirogenfahrt ins historische Voodoo Doerfchen Togoville, erreichen wir die an der Kueste gelegene Hauptstadt Lome. Nur kurz dauert hier der Rundgang, denn allmaehlich geht uns das unglaubliche Gedraenge und Geschiebe und der Hoellenlaerm von hupenden, kreischenden, schrillenden Gefaehrten, ueberlaut plaerrenden Transistorradios in jeder Klein- und Grossstadt doch reichlich auf die Nerven...

Uns zieht es in die Natur, wieder nordwaerts, zum hoechsten Berg Togos, Mount Agou. Schweisstreibend der steile Aufstieg auf 986m, aber einzigartig die Kulisse!
Wir wandern zwischen ueppigen Mango-, Avocado- und Orangenbaeumen, Bananen-und Kokosnussstauden, auf dichtbewachsenen Dschungelpfaden, durch idyllische Bergdoerfer, fantastische Ausblicke auf die weite, gruene Landschaft...

 

Ausklingendes Meeresrauschen

23.05.2008

Natürlich wollen wir auch den höchsten Berg Ghanas, Mt. Afadjatu, mit 885m verzeichnet, besteigen. In 45 Minuten wären wir oben, versichern uns der verpflichtende Guide und unser Taxifahrer, der die Chance nützt, auch einmal Ghanas Top zu erreichen. Ausgangspunkt 230m - wir runzeln zweifelnd die Stirn...

Schweissgetränkt keuchen wir den steilen und glitschigen Weg hinauf und tatsächlich lichtet es sich nach der angegebenen Zeit, wir sind da -
aber wo? In einiger Entfernung türmt sich eine höhere Erhebung auf. Geri misst unseren Standort - 568 m. Das kann nicht sein, meint der Guide, wir stehen auf dem höchsten Berg, 885 m! Die Beweise sprechen allerdings dagegen und in einem intensiven Gespräch werden nun auch die beiden stutzig, sie werden dies an höherer Stelle weiterleiten. Bleibt nur noch die Frage, welcher ist nun der höchste Berg, zur Hölle ?

Vom Land und von den Leuten sind wir begeistert, vor allem in der Volta Region. Jedesmal, wenn wir durch die Strassen Hohoes spazieren, lachen und winken uns die Menschen aus ihren gepflegten, mit umzäunter Veranda versehenen Bretterhäuschen und Geschäftchen entgegen. Welch anderer Standard als der bisher erlebte!
Zahlreiche Schilder weisen auf diverse Projekte hin, der Aufschwung in diesem Land ist deutlich sichtbar.
Fein herausgeputzte Frauen, Mädchen in adretten Kleidchen, vielstimmige Chöre, Trommeln und Tanz - unsere sonntägliche Weiterfahrt wird zum Augen- und Ohrenschmaus, fast alles ist in den Dörfern auf den Beinen um den christlichen Gottesdienst zu feiern, bei Umzügen, in Kirchen, Höfen und Wäldchen.

Nachdem wir im Voltafluss ein erfrischendes Bad genommen haben - hier befindet sich der grösste Stausee der Welt - drängt es uns nun wieder in den Süden ans Meer.

Umspielt von Wellen und umhüllt von fischigem Geruch des nahen Marktes, ragt stolz das portugiesische Fort auf. Trotz wechselndem Besitz und dunkler Geschäfte mit Sklaven hat die verspielte Architektur mit anmutigen Treppen, Gewölben und engen Gängen die Zeit überdauert.

Nach diesem historisch gefüllten Abschnitt lassen wir uns in Busua für einige Tage in einem Luxusresort nieder.
Sonne, Sand, Meeresrauschen, salzige Lippen, leckere Fischgerichte... manchmal schon in Gedanken an unsere Lieben daheim...

 
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